Dritte Wilhelm-Röpke-Vorlesung 2009

Am 12. Februar 2009 fand in der Thüringer Aufbaubank die Dritte Wilhelm-Röpke-Vorlesung statt. Dr. Gerhard Schwarz, stellvertretender Chefredaktor und Ressortleiter Wirtschaft der Neuen Zürcher Zeitung, sprach zum Thema „Liberalismus trotz allem. Eine Handvoll Bemerkungen zum Umgang mit der Gegenreformation der Staatsanbeter“. Wer angesichts des pointierten Titels eine Generalabrechnung mit denjenigen erwartet hatte, die sich in letzter Zeit angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise für energisches staatliches Handeln ausgesprochen haben, sah sich schon bald eines besseren belehrt. Der Vorsitzende der Hayek-Gesellschaft schlug vielmehr ausgesprochen nachdenkliche Töne an: Gerade der Liberalismus zweifle an der Fähigkeit des Menschen, zu absoluten Wahrheiten zu gelangen. Entsprechend müssten seine Vertreter auch in besonderem Maße zur Selbstkritik fähig sein. Doch selbst wenn man eine „Mitverantwortung der Liberalen“ einräume, bestehe für sie wenig Grund, „in Sack und Asche zu gehen“, habe doch gerade der Ordoliberalismus schon immer eine wichtige Rolle für den Staat gesehen. Die jetzige Situation der Volkswirtschaften könne mit der eines Todkranken verglichen werden, dem man nicht mit Hinweis auf wahrscheinliche Langfristfolgen die kurzfristig lebensrettende Medizin verweigern dürfe. Dennoch sei es die Pflicht der Liberalen, die Öffentlichkeit für die langfristigen Folgen der konjunkturpolitischen Maßnahmen zu sensibilisieren.

Die Dritte Wilhelm-Röpke-Vorlesung ist als HWWI Policy Paper der Zweigniederlassung Thüringen erschienen. Das Wilhelm-Röpke-Institut dankt der Thüringer Aufbaubank für die organisatorische Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung.

NOUS & Jenaer Allianz

Das Wilhelm-Röpke-Institut ist Mitglied im NOUS-Netzwerk für Ordnungsökonomik und Sozialphilosophie sowie in der Jenaer Allianz zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft